Fasten!
Kläre deinen Geist, leere deinen Körper und lasse Heilung zu.
Fasten ist eine Herausforderung – keine Frage. Besonders die ersten Male sind alles andere als einfach. Aber genau darin liegt die Kraft. Denn die eigentliche Hürde ist nicht der Hunger, sondern unser Kopf. Das wusste ich am Anfang allerdings selbst nicht. Geschweige denn, dass ich mich vorher mal ordentlich informiert hätte. Mein erstes Fasten? Absolute Katastrophe. Stimmungsschwankungen, Unwohlsein, alles dabei – you name it.
Deshalb möchte ich direkt zu Beginn sagen: Bitte faste nicht, ohne dich vorher richtig zu informieren! Und vor allem – dein Mindset muss stimmen. Fasten ist nicht einfach „nichts essen“. Es bedeutet, sich bewusst darauf einzulassen, sich mental darauf vorzubereiten und sich genug Zeit und Ruhe dafür zu nehmen.
Aber keine Sorge, auf all das werde ich noch genauer eingehen und dir meine besten Tipps und Tricks mitgeben.
Erstmal klären wir die Basics: Was ist Fasten überhaupt? Welche Arten gibt es? Und was sind die Vorteile, Nebenwirkungen und möglichen Gefahren?

Was ist Fasten eigentlich?
Fasten – ein Wort, das für viele nach Verzicht klingt. Doch in Wahrheit steckt viel mehr dahinter. Fasten ist eine bewusste Entscheidung, dem Körper eine Pause zu gönnen, ihn zu entlasten und ihn in seinen natürlichen Heilungsprozessen zu unterstützen. Unsere moderne Welt bietet uns rund um die Uhr Nahrung, oft verpackt in ungesunden Verlockungen, die unseren Körper eher belasten als nähren. Fasten bedeutet, sich zurückzubesinnen, sich selbst eine Auszeit zu geben und die Verbindung zum eigenen Körper neu zu entdecken.
Es gibt viele Arten des Fastens: Vom klassischen Wasserfasten, bei dem ausschließlich Wasser getrunken wird, über das Saftfasten, bei dem frisch gepresste Säfte den Körper mit Nährstoffen versorgen, bis hin zum Intervallfasten, bei dem für bestimmte Stunden am Tag auf Nahrung verzichtet wird. Doch egal welche Form – das Prinzip bleibt dasselbe: Dem Körper bewusst Zeit zur Regeneration zu geben.
Was passiert im Körper während des Fastens?
Jede Stunde, die wir nicht essen, verändert etwas in unserem Körper. Während unser Verdauungssystem sonst ununterbrochen arbeitet, hat es nun die Möglichkeit, sich auf Heilung und Regeneration zu konzentrieren. Hier ein Überblick, was Tag für Tag passiert:
Nach 12–16 Stunden:
- Der Blutzuckerspiegel stabilisiert sich.
- Der Körper beginnt, Glykogenspeicher zu leeren und sich langsam auf Fettverbrennung umzustellen.
- Erste Prozesse der Autophagie setzen ein – das bedeutet, dass beschädigte Zellen und alte Proteine abgebaut und recycelt werden.
Nach 24 Stunden:
- Die Fettverbrennung nimmt Fahrt auf, da keine schnellen Zuckerreserven mehr zur Verfügung stehen.
- Der Körper produziert vermehrt Ketone – eine alternative Energiequelle für Gehirn und Muskeln.
- Entzündungswerte beginnen zu sinken.
Nach 48 Stunden:
- Die Autophagie ist auf Hochtouren: Der Körper reinigt sich selbst von geschädigten Zellbestandteilen und regeneriert sich.
- Wachstumshormone steigen an, was Muskel- und Zellregeneration unterstützt.
- Das Immunsystem beginnt, sich zu optimieren und alte, schwache Immunzellen abzustoßen.
Nach 72 Stunden:
- Das Immunsystem wird quasi einmal „resettet“. Neue Immunzellen entstehen.
- Der Körper geht zunehmend in den Heilmodus und setzt entzündungshemmende Prozesse in Gang.
- Viele Menschen berichten von mentaler Klarheit und gesteigerter Energie.
All das zeigt: Unser Körper ist nicht darauf angewiesen, ständig Nahrung zu bekommen – im Gegenteil, Phasen ohne Essen sind für ihn enorm wertvoll!
Die Vorteile des Fastens
- Entgiftung: Der Körper kann sich von alten, schädlichen Zellen befreien.
- Fettverbrennung: Durch den Wechsel auf Ketone werden Fettreserven effizient genutzt.
- Zellregeneration: Alte und defekte Zellen werden abgebaut und durch neue ersetzt.
- Entzündungshemmend: Viele Krankheiten haben ihren Ursprung in chronischen Entzündungen – Fasten hilft, diese zu reduzieren.
- Geistige Klarheit: Viele berichten von verbessertem Fokus und erhöhter Konzentration.
- Darmgesundheit: Der Verdauungstrakt bekommt eine Pause, wodurch sich die Darmflora regenerieren kann.
Nebenwirkungen des Fastens
Fasten kann unglaublich heilsam sein – doch es ist auch eine Herausforderung für den Körper. Gerade in den ersten Tagen können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Kopfschmerzen (oft durch den Entzug von Zucker oder Koffein)
- Müdigkeit und leichte Schwäche
- Kalte Hände und Füße
- Stimmungsschwankungen
- Muskelzittern (bei niedrigem Blutzucker)
Diese Symptome sind meist vorübergehend und ein Zeichen dafür, dass der Körper sich umstellt. Genug Wasser, Kräutertees und Ruhe helfen, diese Phase zu überstehen.
Achtung: Die Gefahren des Fastens
So wertvoll Fasten ist – es kann auch gefährlich werden! Wer zu lange fastet oder aus den falschen Gründen hungert, riskiert ernsthafte gesundheitliche Schäden. Ab einem gewissen Punkt beginnt der Körper nicht nur Fettreserven, sondern auch Muskelmasse abzubauen – und dazu gehört auch der Herzmuskel! Das kann lebensgefährlich sein.
Wichtig ist daher, bewusst und achtsam zu fasten. Wer gesundheitliche Probleme hat oder Medikamente nimmt, sollte sich vorher ärztlich beraten lassen.
Fasten ist eine wunderbare Möglichkeit, Körper und Geist zu reinigen – aber nur, wenn es mit Respekt und Wissen praktiziert wird.
Meine Erfahrungen mit dem Fasten
Wichtige Hinweise
Bevor du mit dem Fasten beginnst, stelle dir folgende Fragen:
- Warum faste ich? Kläre deinen individuellen Grund.
- Wie lange faste ich? Setze dir eine gesunde, realistische Dauer.
- Gibt es gesundheitliche Risiken? Wenn du schwanger bist, Medikamente einnimmst oder an chronischen oder Autoimmunerkrankungen leidest, sprich zuerst mit deinem Arzt.
Fasten ist ein kraftvolles Werkzeug – wenn man es richtig macht! Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dir, deinen eigenen Weg mit dem Fasten zu finden. Höre auf deinen Körper, sei liebevoll zu dir selbst und genieße die Klarheit, die damit kommt.
Das sollte dir jetzt schon mal einen guten Überblick über das Fasten geben. Nun möchte ich dich mit auf meine ganz persönliche Fastenreise nehmen.
Mein erstes Mal Fasten – Chaos pur!
Das erste Mal gefastet habe ich vor 13 Jahren. Mein Grund damals? Ich hatte durch schlechte Ernährung, exzessives Feiern und einen insgesamt unachtsamen Lebensstil ordentlich zugelegt. Der Schockmoment kam, als ich eines Tages auf die Waage stieg – und mir fast das Herz stehen blieb. Also dachte ich: „Easy, ich faste einfach mal 7 Tage, dann purzeln die Kilos von allein!“
Gesagt, getan. Ohne Vorbereitung, ohne Plan – von heute auf morgen habe ich aufgehört zu essen. Meine Mitbewohner waren begeistert (nicht). Ich war gereizt, launisch und schwach. Und dann, nach vier Tagen, der große Absturz: Ich war bei meiner Oma zu Besuch – und wie immer hatte sie himmlisches Essen aufgetischt. „Ach, ein paar Kartoffeln mit Soße gehen schon,“ dachte ich mir. Aus ein paar Kartoffeln wurde ein regelrechtes Fressgelage. Ich habe alles in mich reingestopft, was ich finden konnte. Mein Magen war nicht begeistert. Die Quittung: Unwohlsein, extreme Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme.
Okay, das war also ein Satz mit X. Mein Gewicht habe ich am Ende nicht durch Fasten, sondern durch eine bewusste Ernährung und Sport wieder in Balance gebracht. Nur falls du dich das gefragt hast. 😉
Fasten mit Plan – der zweite Versuch
Einige Jahre später kam das Thema Fasten wieder auf meinen Radar. Aber diesmal wollte ich es richtig machen. Ich habe mich belesen, mich vorbereitet und vor allem bewusst entschieden, es auszuprobieren.
Mein Ziel: 7 Tage Fasten.
Von allen Seiten hörte ich: „Ach, das ist doch easy. Kannst du locker machen, auch wenn du arbeitest!“
Hier ein großes NEIN von mir! Geistig? Kein Problem! Ich war fokussiert, kreativ und voller Klarheit. Aber körperlich? Puh, eine absolute Herausforderung! Ich musste in dieser Zeit körperlich arbeiten, und das war einfach nur eine Qual.
Deswegen mache ich es heute anders: Ich faste bewusst in den ersten beiden Januarwochen zur Entgiftung und Reinigung. Und ich plane es so, dass ich in dieser Zeit keine körperlich anstrengenden Aufgaben oder aktiven Freizeitaktivitäten habe.
Meine aktuellen Erfahrungen – was ich gelernt habe
Fasten ist ein Mindset-Game. Mein größter Aha-Moment? Ich kann meinen Verstand beruhigen, indem ich mir sage: „Du kannst nach dem Fasten alles wieder essen. Chill mal!“ Denn in den ersten Tagen denkt man plötzlich nur noch ans Essen und hat Lust auf alles Mögliche. Das ist aber nur eine Phase, die vergeht.
Der dritte Tag ist hart. Jedes Mal. Da fühle ich mich oft übel und schwach. Aber danach wird es leichter. (Wichtig: Das gilt für mich! Jeder erlebt das anders.)
Ich gehe Tag für Tag. Ich setze mich nicht unter Druck, die vollen 14 Tage durchzuziehen. Ich höre auf meinen Körper und entscheide täglich neu.
Körperliche Schwäche ist real. Nach einer Woche Fasten wurde ich so schwach, dass ich kaum noch meinen Hund tragen konnte. Yoga? Forget it! Yin Yoga ging gerade noch so. Das ist wichtig zu wissen und individuell unterschiedlich.
Mach dein Fasten individuell! Starte nicht direkt mit 7 Tagen. Ein einziger Fastentag reicht völlig, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Und ja, ich bin ganz ehrlich: Ich trinke während des Fastens ab und zu einen Kaffee, wenn mein Körper danach verlangt. (Fasten-Gurus schlagen jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen.) Aber für mich gilt: Jeder ist individuell. Der Körper ist schon unendlich dankbar, wenn wir ihm einfach mal eine Pause vom ständigen Verdauen und der ständigen Nahrungsaufnahme geben. Ein Kaffee zwischendurch? Stört ihn nicht dabei.
Vorsicht vor extremem Fasten!
Beim Thema Fasten bin ich auf so einige extreme Ansichten gestoßen. Da gibt es Leute, die propagieren bis zu 3 Monate zu fasten – teilweise sogar mit Trockenfasten (also weder Essen noch Trinken!).
Bitte nicht nachmachen! Ja, es gibt Berichte, dass Menschen durch Trockenfasten sogar Krankheiten wie Krebs geheilt haben sollen. Aber: Das ist extrem gefährlich! Wenn du eine Erkrankung hast und mit Fasten experimentieren willst, sprich IMMER vorher mit deinem Arzt. Niemals einfach auf eigene Faust starten! Und bitte, wenn du gesund bist, dann lass die Finger von solch riskanten Methoden. Unser Körper besteht zu mindestens 70% aus Wasser – er braucht Flüssigkeit!
Auch Fasten über zwei Wochen hinaus fühlt sich für mich nicht gesund an. Und wenn Fasten aus den falschen Gründen betrieben wird – zum Beispiel aus einem zwanghaften Wunsch heraus, abzunehmen oder Kontrolle zu übernehmen – dann kann es gefährlich werden. Wenn der Körper zu lange keine Nahrung bekommt, fängt er an, Muskulatur abzubauen – und ja, dazu gehört auch der Herzmuskel. Fasten ist kein Spiel!